Wir müssen mehr ausbilden! Der VDIV Hessen startete eine breit angelegte Informationskampagne.
12.01.2021 Ausgabe: 8/20

Wenn es um die Personalsuche geht, hört man seit Jahren immer das Gleiche: „Ich finde einfach keinen qualifizierten Mitarbeiter.“ „Es sind nur Quereinsteiger zu finden, die ich erst mal anlernen muss.“ „Die Gehaltsvorstellungen von Berufserfahrenen kann man gar nicht bezahlen.“ Fachkräftemangel! Eine Krise, aus der es doch einen Ausweg geben muss. Gibt es auch, und er führt über die Ausbildung!

Ausbildung zahlt sich aus
Der klare Vorteil liegt unserer Erfahrung nach darin, dass Auszubildende die Abläufe in ihrem Betrieb vom ersten Tag an kennenlernen. Die leider verbreitete Ansicht, sie kosteten nur Zeit, brächten aber keine Arbeitserleichterung, können wir nicht teilen. Sicherlich kann ein Auszubildender ab dem zweiten Lehrjahr auch schon ein kleines Objekt selbstständig betreuen und Verantwortung übernehmen. Und wenn viele Mitglieder über die Feststellung, einen Auszubildenden bis zur Prüfung geführt und danach als Arbeitskraft verloren zu haben, resignieren, können wir das nur bedingt nachvollziehen. Denn selbst wenn das für den jeweiligen Betrieb nicht gerade erfreulich ist, führt auch dies letztlich zur Entspannung des Arbeitsmarktes.

Eine Idee nimmt Gestalt an
Nach jahrelangem eher fruchtlosem Umgang mit dem Thema innerhalb des Landesverbandes, wurde es im Jahr 2019 zur Vorstandssache. Gemeinsam mit Vorstandsmitglied Heiko Schlag und dem Ausbildungsverantwortlichen der VEGIS Unternehmensgruppe Uwe Wanitschek wurden Ziele definiert und Maßnahmen, um sie zu erreichen. Schnell fanden sich in der Mitgliederversammlung fünf weitere Mitstreiter – genug für einen Fachausschuss Ausbildung.

Auftakt der ­Informationskampagne
In kürzester Zeit wurde ein Flyer entwickelt: Mitgliedsunternehmen im Landesverband, die bislang nicht ausbilden, informiert er über die Anforderungen an Ausbildungsbetriebe, worauf bei der Auswahl von Auszubildenden zu achten ist, vor allem aber auch über die Vorteile des Ausbildens. Hinzu kamen ein Informationsabend und im Intranet der Verbands-Website zahlreiche bereitgestellte Hilfsmittel für Mitglieder.

Arbeit an der Basis
Dass viele Immobilienkaufleute nach ihrer Ausbildung lieber in der Vermittlung von Immobilien tätig sein wollen als in der Verwaltung, ist problematisch, zumal im Rhein-Main-Gebiet wegen der Vielzahl attraktiver Bauprojekte hier auch ein höheres Einkommen winkt. Um gegenzusteuern, nutzte der Fachausschuss den guten Kontakt zur Basis: Im Unterricht der Berufsschule in Frankfurt weckte Uwe Wanitschek mit Berichten aus der Praxis das Interesse der Schüler an der Immobilienverwaltung. Prompt folgte eine Einladung zur Lehrerkonferenz der hessischen Berufsschulen für den Bereich Immobilien. Mit dem Ziel, den Praxisanteil des Unterrichts zu steigern, werden Mitglieder des Fachausschusses künftig Vorträge an Schulen halten.

Der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen ist leider das in diesem Jahr größte Vorhaben des Landesverbandes: die Teilnahme an der Ausbildungsmesse „vocatium“ in Offenbach. Sie wurde im Mai abgesagt. Aber vielleicht klappt es ja im Juni 2021. Auch wenn 2020 manches anders ablaufen musste als geplant, sind wir sicher, mit unseren Aktivitäten die Ausbildungsquote zu steigern und mehr Immobilienkaufleute für den Beruf des Immobilienverwalters zu begeistern. Die Liste der Ideen des Fachausschusses ist noch lang, und wir freuen uns darauf, durch diese Maßnahmen den Fachkräftemangel mittelfristig abzumildern.

Foto: © Yuri Arcurs / Shutterstock.com


Schlagworte:
Fachkräftemangel,Informationskampagne,Ausbildungsbetriebe

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