Raus aus dem Investitionsstau - Wo Eigentümergemeinschaften die Mittel für notwendige Sanierungen fehlen, können spezialisierte Partner helfen.
04.09.2020 Ausgabe: 5/20

Die Klimaschutzziele der Bundesregierung und auf EU-Ebene sind ausgesprochen anspruchsvoll. Ihre Erreichung ist gleichwohl dringlich, will man nicht nur das Schaufenster schmücken, sondern den nachfolgenden Generationen ein lebenswertes Umfeld hinterlassen. Ein Fokus liegt hier auf der Immobilienwirtschaft und auf dem gesamten Gebäudesektor. Ohne einen substanziellen Beitrag dieses Sektors können die Klimaschutzziele für 2030 und 2050 nicht erreicht werden. Trotz erheblicher Einsparungen in den vergangenen Jahren ist der Gebäudesektor noch immer für rund 30 Prozent aller CO2-Emissionen in Deutschland verantwortlich. Die Klimaziele für 2020 verfehlt Deutschland bereits meilenweit. Statt der angestrebten 40 Prozent weniger Treibhausgase zum Basiswert 1990 beträgt die Verringerung der Emissionen in Deutschland lediglich etwas mehr als 30 Prozent.

Hemmnisse der Energiewende
Der größte Hebel bei der Emissionsvermeidung liegt weniger im Neubau als vielmehr im Gebäudebestand. Dies gilt vor allem für die Erreichung der für 2030 gesteckten Ziele. Über 80 Prozent der Energieanlagen im Bestand sind älter als zehn Jahre und haben damit Ineffizienzen. Allein durch deren Erneuerung können 10 bis 15 Prozent der benötigten CO2-Einsparungen erreicht werden. Aber genau an diesem Beispiel zeigt sich auch eines der Hemmnisse der Energiewende im Gebäudesektor: das Kosten-Nutzen-Dilemma. Wechselt ein Eigentümer die Anlage aus, fällt das unter Instandhaltung und ist deshalb nicht umlagefähig. Zusätzliche Anreize für Immobilieneigentümer etwa derart, dass diese Zukunftsinvestitionen von Politik, Eigentümern und Mietern gleichermaßen geschultert werden, wurden leider bislang verschlafen.

Nun liegen etwa neun Millionen Wohnungen und damit 22 Prozent des Bestandes nicht nur in der Hand großer Wohnungsunternehmen und Genossenschaften, sondern eben vielfach auch bei Wohnungseigentümergemeinschaften. Dort sind zur Beschlussfassung über verschiedenste Maßnahmen oft die Stimmen aller oder einer großen Mehrheit der Eigentümer der meist einmal jährlich tagenden Eigentümerversammlung nötig. Nicht verwunderlich ist daher, dass gerade hier ein riesiger Investitionsstau im energetischen Bereich, aber auch in Fragen der Digitalisierung oder E-Mobility anzutreffen ist. Wie aber Abhilfe schaffen?

Chancen für Eigentümergemeinschaften
Aktuell befindet sich das Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetz (WEMoG) im Gesetzgebungsverfahren. Im Entwurf besteht ein Anspruch des Eigentümers auf die Durchführung bestimmter Sanierungsmaßnahmen, und damit verbunden wird eine einfache Mehrheit zur Beschlussfassung und überdies eine größere Entscheidungsbefugnis für den Verwalter vorgeschlagen. Es verwundert nicht, dass die Vorschläge sehr kontrovers diskutiert werden und es sowohl Befürworter als auch Gegner dieser Öffnung gibt. Wie die genaue Regelung und der Kompromiss aussehen ­werden, sollte spätestens nach dem zweiten Durchgang im Bundesrat Anfang Juli geklärt sein.

Sollte die Öffnung aber kommen, so bedeutet das eine höhere Verantwortung für den Verwalter. Dieser wird zum Dienstleister und zum Sanierungsmanager. Genau hier können Spezialisten wie GETEC unterstützen und Eigentümergemeinschaften wie auch ihren Verwaltungen im ganzheitlichen Ansatz einen kompletten Sanierungsfahrplan für Mehrfamilienhäuser anbieten. Mit Umbau und Modernisierung der Energielösung, der Installation von Ladestationen für E-Mobility, Messdienst und kompletten Smart-Home-Lösungen mit Multimedia-Anbindung – alles aus einer Hand. Die Vernetzung mit kompetenten Partnern ermöglicht es, dies als Gesamtansatz und im Contracting anzubieten. Auf diese Weise lässt sich für so manche Eigentümergemeinschaft auch die Finanzierungsfrage lösen. Bekanntlich fehlen mangels gesetzlicher Regelungen zur Instandhaltungsrücklage häufig die Mittel für notwendige Modernisierungen. Contracting mit einem geeigneten Partner umfasst die Finanzierung, Planung, Errichtung sowie den Betrieb und Service aller installierten Lösungen.

Fotos: Andreas Lander; © iiinuthiii / Shutterstock.com


Schlagworte:
Energiewende,Sanierungsfahrplan,Finanzierung

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