Notwendige Investitionen schultern - Wie spezialisierte Dienstleister zu Partnern für die Anlagensanierung werden.
13.10.2020 Ausgabe: 6/20

Jede Hausverwaltung kennt die Situation: Ob es um die Wärmeversorgung oder die Kühlung von Gebäuden geht, irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, und die dafür notwendigen Anlagen müssen modernisiert oder gar erneuert werden. Die Herausforderung besteht dann darin, den Eigentümern ein sowohl technisch als auch finanziell geeignetes Konzept zu unterbreiten. Angesichts meist knapper finanzieller Ressourcen auf Seiten der Eigentümer kann es sich lohnen, über ein Contracting-Modell nachzudenken.

Energieversorgung inklusive
Das Prinzip des klassischen Energieliefer-Contracting ist simpel: Der Contractor als ausführendes Unternehmen plant, finanziert, baut und betreibt eine neue Anlage, beispielsweise für die Wärmeversorgung des Gebäudes. Ebenso beschafft und liefert er anschließend die benötigte Energie, also Wärme, Strom und/oder Kälte. Dies geschieht zu festen Konditionen über die vereinbarte Vertragslaufzeit, die in der Regel zwischen 10 und 20 Jahren liegt. Auf diese Weise kommt die Eigentümergemeinschaft als Auftraggeberin und Contracting-Nehmerin zu einer Anlage auf dem neuesten Stand der Technik, die die Energieeffizienz des Gebäudes deutlich verbessert. Dabei spart sie die Investitionssumme und erhält somit ihre Liquidität.

Vertraglich vereinbart ist damit auch die anschließende Energieversorgung – zu monatlich planbaren Kosten und ohne die mit der Energiebereitstellung verbundenen Aufgaben und Risiken. Auch Wartung, TÜV-Abnahmen und Reparaturen der Anlage werden vom Contractor übernommen, sodass weder unerwartete Kosten noch organisatorischer Aufwand entstehen. Im Falle eines Komplettausfalls der Anlage übernimmt der Contractor die Reinvestition. Damit nicht genug, auch Wohnungsnutzer profitieren von einem solchen Modell: Eine moderne Anlage senkt den Energieverbrauch im Schnitt um 20 bis 25 Prozent, und das zeigt sich auch bei den Nebenkosten.

Hier musste es schnell gehen
Als Rettung in der Not erwies sich Contracting für eine von der Hausverwaltung M. Müller verwaltete Liegenschaft in Niedenstein bei Kassel. Als im Sommer 2018 die Stilllegung der Heizungs- und Nebenanlagen zum nahenden Winter drohte, war eine schnelle Lösung gefragt. Die veraltete Technik musste komplett erneuert werden, und so wurden vier neue Wärmeerzeugungsanlagen mit einer Leistung von je 75 Kilowatt in vier Häusern mit jeweils 16 Wohneinheiten und einer Gesamtfläche von 4.000 Quadratmetern geplant und installiert – in kürzester Zeit, sodass die Versorgung zu Beginn der Heizperiode wieder gewährleistet war.

Ohne den von der Hausverwaltung beauftragten Contracting-Partner, ENGIE Deutschland, der das Projekt auch finanziell trug, wäre die Umsetzung nicht möglich gewesen. Für die Verwaltung Grund genug, die Kooperation mit dem Contractor auszuweiten: 40 Objekte mit mehr als 320 Wohneinheiten, vorwiegend in Bayern und Hessen, haben auf diese Weise nun bereits neue Heizungsanlagen bekommen. Für die mindestens zehn kommenden Jahre übernimmt damit der Contractor auch die im täglichen Betrieb anfallenden Kosten für Instandhaltung, Reparaturen sowie für die Beschaffung der Primärenergie – und darüber hinaus an mehreren Standorten zudem die Heizkostenabrechnung und die Trinkwasserbeprobung. Für die Verwaltung hat sich der Aufwand damit deutlich reduziert, sie kann sich voll aufs Kerngeschäft konzentrieren.

Foto: © Freedomz / Shutterstock.com


Schlagworte:
Anlagensanierung,Energie,Wärme

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