In Zukunft alles digital? - Was neue Technologietrends für die Immobilienwirtschaft bedeuten.
18.05.2020 Ausgabe: vdiv DIGITAL 2020

Neue Trends und Technologien beeinflussen das gesellschaftliche Miteinander und auch die Zukunft des Wohnens. Mit Big Data, Virtual Reality, Internet der Dinge, Blockchain, Künstlicher Intelligenz, Machine Learning & Co. werden Visionen wahr – neue Serviceangebote sowie Geschäfts- und Lebensmodelle entstehen. Doch welche konkreten Wertschöpfungspotenziale eröffnen diese Technologien der Immobilienwirtschaft, und wie können sie sinnvoll eingesetzt werden? Aus Sicht von Dr. Imad Abdallah, Mitglied des Vorstands und Chief Digital and Venture Officer bei Aareon, kommt es vor allem auf den Nutzen an: „Es ist nicht die Technologie an sich, die die Immobilienwirtschaft revolutioniert, sondern die Art und Weise, wie der Mensch sie nutzt, um wirklichen Mehrwert zu erzeugen.“ Entscheidend sind eine ganzheitliche Analyse der Wertschöpfungskette des Unternehmens und die strategische Betrachtung ungenutzter Potenziale. So kann ermittelt werden, welche Technologie zur Effizienzsteigerung, zur Schaffung neuer Geschäftsmodelle oder zur Kosteneinsparung beitragen kann. Erst dann empfiehlt sich die Auswahl der passenden Technologie auf Basis eines­­ digitalen Ökosystems.

Beispiel effiziente Bewirtschaftung
Die Instandhaltung der Gebäude ist ein bedeutender Kostenfaktor für Immobilienunternehmen. Die smarte Anbindung von Gebäudetechnik über Sensoren an das digitale Ökosystem des Unternehmens sowie intelligente Datenauswertungen ermöglichen eine effizientere Bewirtschaftung. Beispielsweise erlaubt die intelligente Überwachung von Aufzügen eine vorausschauende Planung von Reparaturen und Wartung, um plötzliche Ausfälle oder Schäden zu vermeiden. Die vorausschauende Wartung basiert auf einem lernenden System. Das bedingt die Ausstattung der Gebäudetechnik mit Sensoren beziehungsweise Kameras, die Daten in Echtzeit generieren können, und die Dokumentation zum Anwendungsbereich im ERP-System des Unternehmens. Über Algorithmen werden die Daten aus beiden Quellen zusammengeführt, analysiert und ausgewertet. So entsteht ein lernendes System, das diagnostiziert, wann und welche Reparaturen/Wartungen erforderlich sind, und – verknüpft mit dem digitalen Ökosystem des Unternehmens – automatisch die richtigen Prozesse anstößt. Am Beispiel der Aareon Smart World bedeutet dies: Wartungs- und Reparaturleistungen werden direkt über das Service-Portal Mareon beauftragt und Mieter oder Eigentümer bei Störungen über das Aareon CRM-Portal benachrichtigt. Von einer smarten Inte-gration profitieren alle Beteiligten: höhere Zufriedenheit bei Bewohnern aufgrund schneller Information und sinkender Ausfallraten. Unternehmen können frühzeitig Angebote einholen und Handwerker beauftragen sowie Materialeinsatz planen. Handwerker sparen Wege, Ressourcen und Zeit.

„Smart Contracts“ und „Digital Communities“
„Mit der revolutionären Technologie Blockchain ergibt sich ein ganz neuer Trend für die Umsetzung einer vertrauenswürdigen digitalen Zusammenarbeit zwischen der Immobilienwirtschaft und unterschiedlichen Interessengruppen“,
erläutert Dr. Imad Abdallah. Blockchain ermöglicht es, sogenannte „Smart Contracts“ zu schließen und damit komplexe Kollaborationen und vertrauliche Transaktionen zwischen allen Akteuren abzusichern. Mit Blick auf den demografischen Wandel kann die zunehmend smartere Gestaltung des Wohnens über Portale und Apps das soziale Miteinander im Sinne von „Digital Communities“ fördern – insbesondere die gegenseitige Nachbarschaftshilfe, zum Beispiel beim Babysitten oder beim Einkaufen für Senioren. Zusätzlich können Immobilienunternehmen ihren Kunden über Kooperationspartner weitere Services anbieten.

Foto: © Sasin Paraksa / Shutterstock.com


Schlagworte:
Technologietrends,Gebäudetechnik,Blockchain

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