In einem Zug - Bei sanierungsbedürftigen Balkonen lässt sich mit ­Verglasungen auch gleich der ­Nutzwert steigern.
15.10.2019 Ausgabe: 5/19

Balkone müssen einer Vielzahl von Beanspruchungen standhalten. Weist die Konstruktion mit der Zeit Schäden auf, ist ein maßgeschneidertes Sanierungskonzept unverzichtbar. Zur Instandsetzung der Balkonsubstanz kommen – je nach Schadenstyp und -ausmaß – verschiedene Sanierungstechniken zur Anwendung. Wenn darüber hinaus der Nutzwert des Balkons gesteigert werden soll, bietet sich der Einbau eines Verglasungssystems an. Letzteres bringt nicht nur eine längere Nutzungsdauer und höheren Komfort mit sich, sondern schützt auch die Balkonkonstruktion vor witterungsbedingten Einflüssen.

Risse und Abplatzungen im Beton, hervorgerufen durch Karbonatisierung und Korrosion der Bewehrung, Rost an Metallbalkonen sowie Durchfeuchtung und Fäule bei Holzkonstruktionen – die Schadensbilder an Balkonen können sehr vielfältig sein. Eine jahrelange Nutzung und der permanente Einfluss der Witterung hinterlassen ihre Spuren. Nicht nur im Hinblick auf das Erscheinungsbild, sondern auch aus Gründen der Sicherheit ist eine Balkonsanierung oftmals unumgänglich. Denn je nach ­Schadensausmaß kann die Verkehrs- und Standsicherheit beeinträchtigt sein.

Durchdachtes Sanierungskonzept
Jeder Balkonsanierung sollte zunächst eine umfassende Schadensanalyse vorausgehen. Sind die Ursachen geklärt, wird – in Abhängigkeit von Zustand und Schadensbild – eine geeignete Sanierungstechnik gewählt. Übliche Maßnahmen sind der Austausch schadhafter Bauteile, beispielsweise alter Geländer oder Fliesen, sowie die Erneuerung von Abdichtungen und Bodenbelägen. Sofern eine Balkonplatte vorhanden ist und es ihr Zustand zulässt, kann diese genutzt werden. Im Bedarfsfall ist eine Betonsanie­rung durchzuführen. Diese umfasst das Entfernen karbonatisierter Bereiche sowie die Reprofilierung von Fehlstellen und Ausbrüchen in den Balkonplatten.

Steigerung des Nutzwerts
Eine Sanierung bietet oftmals auch die Gelegenheit, den Balkon grundlegend zu modernisieren und dadurch den Nutzwert zu erhöhen – beispielsweise durch eine Vergrößerung der Fläche oder auch den Einbau einer Balkonverglasung. Sie schützt die Balkonplatte vor schädigender Feuchtigkeit und trägt zur Langlebigkeit der Konstruktion bei. Verglasungen ermöglichen zudem eine fast ganzjährige Nutzung und steigern so die Wohnqualität. Balkonsysteme, wie sie z. B. Balco anbietet, eignen sich sowohl für vorspringende Balkone als auch für Loggien. Hierbei wird in der Regel eine Brüstung aus Aluminium mit Glas­einsätzen oder anderen Materialien an der Stirnseite der Balkonplatte angesetzt und mit einer Verglasung im oberen Teil kombiniert. Durch Schieben und Einklappen der Fensterelemente lässt sich der Balkon komplett zum Außenraum öffnen. Das Verglasungssystem kann wahlweise auch auf einer bestehenden Betonbrüstung montiert werden.

Ob eine Balkonsanierung sinnvoll und wirtschaftlich ist, muss individuell entschieden werden. Von einer Sanierung ist abzuraten, wenn der finanzielle Aufwand für diese Arbeiten den einer kompletten Erneuerung der Balkone übersteigt, oder wenn trotz Wirtschaftlichkeit der Nutzwert nicht mehr zeitgemäß ist – beispielsweise bei sehr kleinen Balkonen. Oftmals kommt es auch auf die Bauweise an. So stellt zum Beispiel eine durchgängige Betondecke und Balkonkragplatte eine Wärmebrücke dar, die im Innenraum zu Tauwasserausfall und Schimmelbildung führen kann. Eine vorgestellte, selbsttragende Balkonkonstruktion, die in der Außenwand verankert ist, kann in diesem Fall die zukunftsfähigere Lösung sein.

Foto: Balco Balkonkonstruktionen GmbH


Schlagworte:
Verglasung,Nutzwert,Erneuerung

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