Dächer und Fluchtwege schützen - Geprüfte flammhemmende Bauwerksabdichtungen aus Flüssigkunststoff erfüllen die Vorgaben der Regelwerke für den Brandschutz.
27.01.2020 Ausgabe: 8/19

Katastrophen wie der Brand des Grenfell-Towers in London schärfen das Bewusstsein für das Thema Brandschutz an Wohngebäuden. Lebenswichtige Flucht- und Rettungswege müssen ebenso wie andere Bauteile alle Brandschutzvorgaben der Regelwerke erfüllen. Böden und Flachdächer, die mit PMMA-Flüssigkunststoff abgedichtet sind, leisten dies!

In Deutschland regelt die neue Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (MVV TB) den baulichen Brandschutz. Seit April 2019 ist diese in fast allen Bundesländern umgesetzt, außerdem sind die Landesbauordnungen (LBO) zu beachten. Diese Regelwerke stellen Planer und Architekten vor neue Herausforderungen: Sie können nur noch Bauprodukte einsetzen, welche die Brandschutzklassen nach DIN 4102-1 B2, bzw. Klasse D und E nach DIN EN 13501-1 erfüllen – also mindestens „normal entflammbar“ sind.

Laubengänge sind wichtige Fluchtwege
Laubengänge gewähren in Gebäuden der Nutzungsklasse 3 und höher meistens den Zugang zum Treppenhaus. Damit bilden sie im Brandfall den ersten Fluchtweg für die Bewohner und unterliegen höheren Anforderungen hinsichtlich des Brandschutzes. Laut LBO NRW § 36 (6) „[…] müssen Fußbodenbeläge mindestens schwer entflammbar sein“ – nach DIN EN 13501-1 ist die Anforderung CFloor (s1) zu erreichen, die für geringe Rauchentwicklung steht. Für Balkonbeschichtungen, die in MVV-TB Teil D geregelt sind, gibt es dagegen keine expliziten Anforderungen.

Flammhemmende  Abdichtung mit PMMA
Mit dem Einsatz des Flüssigkunststoffes PMMA stehen Planer und Architekten immer auf der sicheren Seite, wenn es um die flammhemmende Abdichtung und Beschichtung von Laubengängen, Balkonen, Dachterrassen und Flachdächern geht. Denn PMMA-Systeme wie das Wecryl Dickschicht- und Abdichtungssystem sind als schwer entflammbare Varianten erhältlich, und durch die flammhemmende Versiegelung Wecryl 489 wird die geforderte Klasse CFloor (s1) erreicht. Auch farbige und rutschsichere Oberflächen sind mit dem PMMA-Systemaufbau möglich. Somit geht Sicherheit mit hochwertiger Optik Hand in Hand.

Flachdächer wirksam schützen
Brennt es in der Nachbarschaft, kann Funkenflug vor allem Dächer gefährden. Die Landesbauordnung NRW stellt deshalb in § 32 an Dächer die Anforderung an einen „ausreichenden Widerstand gegen Flugfeuer und strahlende Wärme“. BRoof (t1) ist nach DIN EN 13501-5 zu erfüllen, geprüft wird nach DIN CEN/TS 1187.

Bei PMMA erfolgt die Prüfung im Rahmen der ETAG 005, der Leitlinie für die Europäische technische Zulassung für flüssig aufzubringende Dachabdichtungen. Das Wecryl Dachabdichtungssystem hat dabei stets die höchsten Leistungsstufen erreicht. So liegt die erwartete Nutzungsdauer im Bereich W3, bei den Nutzlasten wurde die Leistungsklasse P4 für besondere Beanspruchung erreicht. Die niedrigste zulässige Oberflächentemperatur liegt bei -30 °C (TH4), die höchste bei +90 °C (TL4) – zudem besitzt das System das allgemeine bauaufsichtliche Prüfzeugnis (abP) BRoof (t1). Optimal ist es also für Planer, Bauherren und Anwender, die für Flachdächer aller Kategorien und Beanspruchungsklassen eine ideale, zuverlässige Lösung suchen.

Mit „Reflect Roof“ gibt es zudem eine mit weißen Komponenten durchsetzte Lösung für die Sanierung von Bitumendächern – ein Beitrag zum Klimaschutz, da weiße Dachflächen gerade in Großstädten kühlend wirken. Selbstverständlich liegt auch für dieses System das abP BRoof (t1) vor. Weil Sicherheit nun einmal an erster Stelle stehen muss, wenn es um Menschenleben geht.


  1. Beispiel Laubengang: Hier müssen Bodenbeläge hohe Brandschutzanforderungen erfüllen.
  2. Trittsicher und pflegeleicht: Der Systemaufbau ermöglicht die individuelle Gestaltung flammhemmender PMMA-Oberflächen.
  3. Beitrag zum Klimaschutz: Weiße Dachflächen wirken kühlend, die PMMA-Abdichtung bietet höchsten Brandschutz.


Fotos: WestWood Kunststofftechnik GmbH


Schlagworte:
Flüssigkunststoff,Fluchtwege,Brandschutz

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